Wramp ohne Rückhalt in Reinfeld, Linker CEM holt 8% !

Danke an CEM, Du hast unser bestes Ergebnis jemals für Reinfeld erzielt und 8% der Stimmen bekommen.
Und das gegen den ganzen Altparteienblock- Mega!!!
Hier die Pressemeldung zur Wahl, die wir unkommentiert lassen.
Wramp gewinnt Bürgermeisterwahl in Reinfeld – Einheitskandidat der etablierten Fraktionen setzt sich bei historisch niedriger Beteiligung durch
Reinfeld (Holstein), 19. April 2026 – Bei der Bürgermeisterwahl in Reinfeld (Holstein) hat sich Roald Wramp laut Zwischenergebnis vom Wahlabend mit 92,0 Prozent der gültigen Stimmen (2.994 Stimmen) deutlich gegen seinen Mitbewerber Cem Tarakci durchgesetzt, der auf 8,0 Prozent (262 Stimmen) kam. Alle fünf Wahlbezirke waren zu diesem Zeitpunkt ausgezählt.
Das auf den ersten Blick eindrucksvolle Ergebnis relativiert sich jedoch mit Blick auf die tatsächliche Beteiligung. Von 7.343 Wahlberechtigten machten nur 3.281 Personen von ihrem Stimmrecht Gebrauch – eine Wahlbeteiligung von lediglich 44,7 Prozent. Mehr als die Hälfte der Reinfelderinnen und Reinfelder blieb damit der Wahlurne fern. Auf alle Wahlberechtigten gerechnet erhielt Wramp die aktive Zustimmung von rund 40,8 Prozent – von einem wirklich breiten demokratischen Rückhalt in der Bevölkerung lässt sich damit kaum sprechen.
Bemerkenswert ist die politische Konstellation: Wramp trat zwar formal als Einzelbewerber an, ging aber faktisch als gemeinsamer Kandidat eines parteiübergreifenden Bündnisses aus SPD, CDU, Grünen und der Wählergemeinschaft WIR ins Rennen. Damit stand den Wählerinnen und Wählern ein Kandidat gegenüber, hinter dem praktisch das gesamte etablierte kommunalpolitische Spektrum versammelt war. Einzig die Linke scherte aus diesem Konsens aus und unterstützte mit Cem Tarakci einen Gegenkandidaten, der sich trotz ungleicher Ausgangsbedingungen und begrenzter Ressourcen immerhin 262 Stimmen sichern konnte.
Die geringe Wahlbeteiligung dürfte auch Ausdruck dieser Konstellation sein: Wo sich von sozialdemokratisch bis konservativ alle auf eine Person einigen, entsteht nur wenig Raum für politische Debatte, für das Ringen um unterschiedliche Zukunftsvorstellungen, für echte Alternativen. Ein solcher überparteilicher Schulterschluss mag Geschlossenheit demonstrieren, schwächt aber zugleich das, was eine lebendige kommunale Demokratie ausmacht – nämlich die sichtbare Auseinandersetzung über Fragen von sozialer Gerechtigkeit, bezahlbarem Wohnen, öffentlicher Daseinsvorsorge und Teilhabe.
Dass unter diesen Vorzeichen mehr als jede zweite wahlberechtigte Person nicht zur Wahl ging, ist ein Warnsignal. Die Aufgabe in den kommenden Jahren wird darin bestehen, demokratische Vielfalt vor Ort wieder erfahrbar zu machen und die Stimmen derer zu stärken, die im breiten Konsens der Mitte bislang zu wenig vorkommen.
Das amtliche Endergebnis steht noch aus. (Quelle: wahlen-sh.de)
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